Emotionale Verwirrung

Früher war “emotionale Verwirrung” einer meiner nahezu permanenten, aber eher ungern gesehenen Gäste. Meine Gefühlswelt war ein wenig unausgeglichen und ich merkte schnell, dass es bei vielen Menschen doch ein wenig anders war… Bei mir sah die Zusammensetzung oft so aus:

– 100 g Zufriedenheit
– 100 g Happy
– 100 g Wut
– 500 g Verliebtheitsgefühl
– 500 g Eifersucht
– 1 Tonne Verzweifelung
– 1 Tonne Traurigkeit

Die Optimisten unter euch werden nun sagen: “Ajoo zumindest Verliebtheitsgefühl ist doch was schönes.” Da stimme ich generell zu, aber garantiert fand ich jemanden toll, der a) mich nicht wollte oder b) vergeben war. Das führte dann wiederum zu Eifersucht und Traurigkeit.. Ein wahrer Teufelskreis ;)! Ihr könnt euch denken, dass mein größtes Hobby darin bestand zu versuchen “Happy” und “Zufriedenheit” zu maximieren. Was darin endete, dass ich stundenlang in meinem Bett grübelte und nun ein Bücherregal voller Philosophen besitze. Schopenhauer lässt grüßen ;).

Heute hingegen ist meine Gefühlswelt ziemlich ausgeglichen… Mein Gefühls-Ich balanciert (und es ist um einiges sportlicher als mein Körper-ich, das nach 2 Schritten auf dem Schwebebalken schon runterfällt) auf einer geraden Linie. Wenige up’s, wenige downs. Manchmal fällt es dann doch runter, aber hangelt sich dann schnell wieder hoch. Am Anfang dachte ich: “Alta wo ist das gewohnte Drama? Lame!;)” und hatte ein wenig Angst, dass ich nun ein emotionaler Eisblock werde. In Wahrheit bin ich aber einfach super ausgeglichen und Personen/Dinge sind mir noch genauso wichtig :)! Alles easy man! Meistens jedenfalls…

Denn Mann verwirrt mich. Haben Männer glaub ich so an sich und man muss nicht nur seine eigene Gefühlswelt versuchen zu analysieren, sondern auch seine, die um einiges komplexer scheint, weil er das Gegenteil von dem sagt was er tut und was anderes meint. Da kommt doch keiner mit ;). Glaube aber es ist recht positiv. Weniger Grübeln (war ja früher schon nicht so der Burner), sondern mehr im Hier und Jetzt leben und abwarten was passiert. Dann noch hoffen, dass jetzt gesundheitlich alles glatt läuft mit einer Lieblingsperson und dann mal wieder weiter balancieren, mein liebes Gefühls-Ich! Danke :)!!

Tattoo-Dalí und Steppenwolf

26.01.2015

Heute wars endlich soweit nach einem halben Jahr warten ! Tattoo-Time! Nachdem ich nochmal die “Für und Wider” bezüglich eines Tattoos kurz durchdacht hatte (eigentlich war ich sicher), habe ich mich trotz der Warnungen meiner BWLer-Freunde, die ich natürlich trotzdem für ihre Fürsorge sehr schätze, fürs “Für” entschieden. Auch wenn ich nie wieder offene Schuhe tragen kann.. Solche Gedanken würden doch meine Persönlickeit einschränken und letztendlich bin ich nicht hier, um der Arbeit die Priorität zu geben… ;)!

Ich war ein wenig nervös. Wollte eigentlich um 7:00 Uhr aufstehen,image aber es wurde dann doch 8:00! Geduscht, Kaffee, Brot. Dann ging es los. Durch den Schnee…würg… Ein bisschen Schneegestöber am Morgen… Fand den Weg ganz ohne Handynavi und war ziemlich stolz auf mich. Hatte nämlich am Wochenende festgestellt, dass ich mich sogar in einer 3-Zimmerwohnung verlaufen kann “hüst”. Nun erst die Formalitäten. Sie klebte mir die Musterfolie auf den Fuß. Soweit so gut. Zettel ausgefüllt, warten… Die Tattoowiererin wirkte locker…Sie machte Country-Musik an und ich durfte mich auf eine Liege legen. Welch Luxus!!

Dann ging es los. Ich spürte die Nadeln an meinem Fuß..Sie sagte, dass es sich so anfühlt…. Ich dachte mir okay  aushaltbar… Ein paar Stellen waren es dann wirklich, ein paar (mehrere) andere taten dann doch ziemlich weh… Na ja. Ich starrte an die Holzdecke, machte die Augen zu, schaute aus dem Fenster ins Schneegestöber, hörte der Countrymusik zu..Nur nicht auf den Fuß gucken… Ich kann doch kein Blut sehen..Die paar Sekunden in der sie das Blut abwischte waren immer eine Erlösung, eine kurze Pause bis es wieder weiterging…. Nach einer halben Ewigkeit wischte sie den Fuß ab. Ich schaute mir den Fuß an und fands super. Dann holte sie die zweite Nadel. Okay das war mal richtig schmerzhaft. Als würde dir jemand die Haut mit Nadeln aufkratzen….Musste wirklich Schmerzensschreie unterdrücken.  Mein Fuß zuckte unkontrolliert. Meine Tattoowiererin erklärte mir, dass sie auch ein Tattoo auf dem einen Fußrücken hat und die ganzen Sehnen dann den Schmerz noch weiterleiten, sodass es überall weh tut.. Und sie wollte sich erst noch den zweiten Fuß ebenfalls tattoowieren lassen, dass gab sie aber nach der ersten Fußtattoowierung wieder auf! Okay, beruhigte mich jetzt nicht wirklich…aargh…Ich bemerkte, dass diese Nadel ja um einiges schlimmer ist. Sie meinte jedoch, dass es da eigentlich keinen großen Unterschied zur Ersten gibt.. Außer dass die einzelnen Nadeln weiter auseinander stehen, aber das Schmerzempfinden wäre von Person zu Person unterschiedlich. Na gut… Irgendwann war auch das überstanden. Ich dachte okay das war. Doch dann kam Nadel drei und die Schlimmsten aller Schmerzen!!! Zum Glück ging das relativ schnell!

Nach knapp zwei Stunden war die Folter vorbei und ich freute mich über ein wunderschönes Tattoo. Mein neuer Wegbegleiter, wo auch immer es noch hingehen mag….

25.01.2015

Ein wenig verwirrt war ich wieder zurück auf dem Weg nach Tübingen. Die letzte Stunde, die ich in seinen Armen lag war wunderschön. Ich habe mich selten so geborgen gefühlt… Doch reicht das? Was war mit dem Frühstück bei dem wir mühsam Gesprächsthemen suchten, unangenehmes Schweigen und ich aus dem Fenster blickte, den Schnee anstarrte… ? Verdammt es ist nicht gut, wenn beide schüchtern sind. Vielleicht hätte ich mehr von mir erzählen sollen? Aber ich denke ich brauche mir wenig Gedanken machen. Denn er hat wohl schon für sich entschieden, dass es nicht mehr wird.. Und ich kann mich momentan eh nicht auf mein Gefühlsinnenleben verlassen… Vielleicht bleibe ich einfach ein einsamer Steppenwolf… Ist doch alles kompliziert ;).

Ich wurde in meinen Gedankengängen unterbrochen…Ein Mann kam an meinen Platz und deutete mit einer wirschen Handbewegung an, dass er den Platz neben mir reserviert hatte. Ich stand auf. Ein wenig genervt, man kann ja auch was sagen. Er brauchte bestimmt 5 Minuten, um sich zu ordnen… Ich stand immer noch…dann ging er durch zu seinem Fensterplatz, legte seine Mezzo-Mix Flasche auf den Sitz. Setzte sich auf den Sitz, sucht seine Mezzo-Mix Flasche (??), merkte, dass er draufsaß. Ich lachte ihn heimlich aus und guckte ihn genervt an. Ja sorry, aber er war nicht besonders freundlich. Dann schaute er “zurück in die Zukunft” auf seinem Laptop. Okay Filmgeschmack hatte er zumindest. Etwas später packte er eine Toblerone, so eine Große, aus und begann sie wie ein Sandwich zu essen. Ich war etwas fasziniert. Glaube normalerweise bricht man sich immer ein Stück nach dem anderen ab… Hmm.. Jedenfalls schmatzte er!! Igitt! Ich schaute ihn böse an. Keine Reaktion. Mist. Er schmatzte genüßlich weiter. Ich überlegte, ob ich mich umsetzen sollte. Verwarf den Gedanken wieder. Irgendwann hatte er aufgegessen. Irgendwann war ich endlich in Stuttgart. Beim Weggehen schaute ich nochmal zu meinem Platz. Er schaute mir hinterher. Ich schaute ihn böse an…und dachte mir dann aber…vielleicht auch nur ein einsamer Steppenwolf, der genauso versagt wie ich in so mancher sozialen Begebenheit dieses Lebens…

 

 

Gedankenfetzen – Persönliche Momentaufnahme

13.01.2015

okay was genau mache ich hier? Also nicht im philosophischen Sinne, warum bin ich hier Blabla… Die Frage hab ich mir in den letzten 10 Jahren schon zu Genüge gestellt und dabei herausgefunden, dass es keinen Sinn im eigentlichen Sinne gibt sondern nur den, den wir uns erschaffen, um irgendwie zu überleben und graue Tage zu überstehen. Es ist mir zu anstrengend einen Sinn zu erschaffen – denn alles ist vergänglich. Was mir heute gefällt, kann mir morgen schon wieder egal sein und umgekehrt. Deshalb versuche ich das Beste aus meinem Dasein zu machen und vielleicht ist das auch schon der Sinn?

Aber darum soll es ja gar nicht gehen. Die Frage ist eher wtf mache ich hier?! Planlos, ratlos im Hier und Jetzt! Dabei ist alles doch eigentlich easy. Klar Umbrüche in allen Lebenswegen, aber doch eher positive. Vielleicht die Angst vor Neuem? Emotionen spüre ich wieder leicht…. Etwas Wut, etwas Freude, etwas Aufregung, etwas Verliebtheit, etwas Enttäuschung… ist wie ich finde ein Anfang… Aber anscheinend bringen diese mich auch wieder zum Grübeln. Eigentlich gibt es doch kein Richtig und kein Falsch. Deswegen vorwärts… Weniger denken, mehr leben oder wie heißen die schlauen Ratgeber für die modernen Menschen von heute? Aber vielleicht brauch ich auch nur Schlaf. Ein bisschen träumen….

Spätestens unter der Sonne Südfrankreichs werde ich entspannt in das Leben blicken können :)!

Gute Nacht verrückte Welt!

Das Jahr geht zu Ende…

….mit einer Grippe. Da ich dieses Jahr aber eh keine große Lust auf Silvester feiern habe, ist es nicht ganz so schlimm. Dann halt einen Fencheltee um 24 Uhr… ;).

Ein kleiner persönlicher Jahresrückblick:

2014 war politisch und auch persönlich nicht immer einfach. Das Leben bleibt eine Herausforderung, der man sich immer wieder stellen muss. Es ist chaotisch, nicht greifbar, wechselhaft und vor allem unplanbar. Aber ansonsten wärs ja auch langweilig! (Reden wir uns das jetzt einfach mal ein! ;)) Persönlich lernte ich aus den harten Zeiten: Stärke, Akzeptanz, Weitermachen, Mut, Änderungswille…

…und insbesondere was für tolle Menschen mich umgeben. Denn ohne diese wäre das Leben wenig lebenswert. Die Familie, die man immer anrufen kann und die Geborgenheit gibt…Die jahrelangen Freundschaften in denen man immer füreinander da ist, Spaß hat, philosophiert… Die neuen Freundschaften in denen man gemeinsame Interessen entdeckt und sich zu schätzen lernt…Die Kollegen mit denen man ein Glas Sekt trinkt, wenn der Chef Weg ist… Der Mann, der einen momentan glücklich macht, wo auch immer es hinführt… Die Bekannten bei denen man sich immer wieder freut sie zu sehen…

Schöne Tage/Wochen/Momente in 2014:

Nizzaurlaub, Snowboard fahren, WG-Leben, Sunderland-Revival, Tomaten anpflanzen, Küsse, Mädelsabende, Glühwein, Garten, Sonne, Französischkurs, Strand, Weihnachten, Kosmetikerin, Grillen, Spaziergänge, Weinbesen, Amnesty International, schokomarkt, Sport, Konzerte, Discoabende, Blog, Trommelkurs, Kaffee trinken, Pausenkatze, Alltagsmomente, Wellnessurlaub, Schwarzwald, Stuttgart….

Vorsätze für 2015:

– Sport wieder anfangen, aber sowas von!! ;)
– gesünder essen

Ich wünsche euch einen guten Rutsch und das allerbeste für 2015!!!

Glücksbringer und Stein auf Holz, 2015

Nussknacker-Ballett

27.12.2014

Group of little girls doing ballet bar exercises

Das diesjährige Weihnachtsgeschenk meiner Patentante: eine Karte für das Nussknackerballett in Berlin. Ballett ist ihre große Leidenschaft! Sie tanzt selbst privat und schaut sich viele Stücke an. Kultur schadet ja nie. Also warum nicht?!:)

Um 07:41 Uhr stieg ich in den Zug. Als ich in Essen umstieg, schneite es. Iiiiih Schnee! Auf zum ICE, Wagen 22. Ich ließ eine Rentnergruppe vor, weil ich naturgemäß sehr höflich bin, was sich aber als fataler Fehler herausstellte. Es wurde diskutiert wer wo sitzt und die Koffer mussten ja auch irgendwo hin. Aber man hatte ja keine Eile…ich wartete und wartete. Zum Platz durchquetschen ging auch nicht… Nach einer kleinen Ewigkeit kam ich ans Ziel, wo meine Patentante mich schon erwartete. Wir lästerten ein wenig über die Rentnergruppe ;)!

Meine Patentante hatte etwas Proviant besorgt. Ich sollte schauen, was ich davon essen kann. Kekse (Gluten), Käsestange (Gluten), Laugenbrezel (Gluten), Weingummi (kein Gluten, aber Gelantine – nicht vegetarisch – aber um sie nicht ganz zu enttäuschen aß ich dann etwas davon..). Ja alles nicht so einfach mit mir – I know ;). Wir unterhielten uns sehr nett. Lasen Klatschzeitschriften. Die Schuhe von Prinz George sind jetzt Mega im Trend und das Modell kostet nur 45 Euro!

Irgendwann kamen wir dann in Berlin an. Erstmal am Hauptbahnhof essen – zum Asiaimbiss. Dann noch zum Starbucks. Patentante ist etwas kaffeesüchtig. Sie wollte mir dort noch eine kitschige Weihnachtstasse andrehen. Ich lehnte dankend ab! Anschließend ab zum KaDeWe. Wir setzten uns in die U-Bahn. Denn nur die Touristen stehen! Dann wussten wir nicht genau wo wir aussteigen müssen. Sind dann noch im letzten Moment rausgestürmt, als wir eine Frau mit KaDeWe-Tasche sahen, die einstieg. Nur echte Großstädter stürmen im letzten Moment noch raus! Im KaDeWe war ich erstmal fasziniert von der großen Auswahl.. Nach Rosaplüsch sah meine Patentante dann einen Sommerrock in neongelb mit aufgestickten Schmetterlingen. Ich war skeptisch. Probierte ihn dann aber doch an. Sie meinte für Südfrankreich und war super begeistert. Mir gefiel er dann auch immer besser… Und schließlich hatte sie ein Geburtstagsgeschenk und war glücklich und ich irgendwie auch ;)!

Nach dem Shopping gings dann noch auf den Weihnachtsmarkt. Verstehe nicht ganz warum der nach Weihnachten noch da ist?! Wobei für einen richtigen Christ geht die Weihnachtszeit ja auch erst ab dem 24.12 los. Egal… Glühwein geht immer! Den durfte ich dann endlich mal ausgeben! Etwas angetrunken (ja vertragen beide nichts) sind wir dann noch ein bisschen in die Gedächtniskirche gegangen (etwas Berlinkultur muss sein!).

Danach gings auch schon zum Ballett. Die Berliner Oper ist ja mal gar nicht so schön. Der Saal war eher wie ein großer Kinosaal. Das Stück war schon ziemlich faszinierend…das Tanzen…die Leichtigkeit und vor allem die Kinder, die mitgetanzt haben. Diese gehen aufs Ballettinternat Berlin. Das Stück an sich war wahnsinnig bunt. Die Kostüme waren bunt, die Bühnenbilder waren bunt und kitschig… Aber wie wir später im Programmheft lasen, alles sehr historisch und es wurde original aus den Skizzen und Fotos des Erfinders nachgestellt. Nun gut, dann ist das legitim;). Das Orchester war auch super. Nach 2,5 Stunden ging ein Weihnachtsmärchen zu Ende und wir wieder zum Bahnhof. Auf dem Weg sagte eine Tochter zu ihrer Mutter “Hättest du mich mal damals zum Ballett geschickt, dann wär ich jetzt auch ein Star! Das wäre voll was für mich gewesen!”… Dream on…

Im Zug wollten wir dann herausfinden,wer der gute Tänzer war, der die Frauen des Stücks an die Wand getanzt hat. Gegoogelt. Nach ewigem Suchen, fanden wir heraus, dass der Name im Programmheft falsch war und dann fanden wir ihn. Ich sollte ihm bei Facebook schreiben, vielleicht lädt er uns ja mal zur Probe ein.. Gesagt, getan. Danach wurde ich alle 10 Minuten gefragt, ob er geantwortet hat. Nee bis jetzt leider noch nicht…er hats noch nichtmal gelesen.. Voll die Groupies ;). In Wolfsburg stieg ein Mann ein und setzte sich vor uns… Innerhalb von 2 Sekunden stank der ganze Wagon übelst nach Schweiß…urghs!!! Wir setzten uns weiter weg. Ich sprühte mit meinem Deo rum (leider ohne Aluminium, die wirken ja nicht so gut)… Dann begann eine Völkerwanderung. Alle bis auf die hart gesottenen verließen den Wagon 23. Wir auch irgendwann…

Patentante stieg eher aus. Ich bedankte mich für den schönen Tag und versprach ihr Bescheid zu sagen, sobald der Tänzer sich meldet. Im Zug in Richtung Heimat unterhielten sich Betrunkene über Soja-Sonnenmilch, die laktosefreie Alternative (ein alter Naiver ist immer dabei!) und dann noch nen Kölsch.. yeah yeah!

Bahnfahrt nach NRW (7,5 Stunden)

23.12.2014

S-Bahn Zug Durchfahrt Bahnhof nachts

Weihnachtsurlaub endlich!!! Nach dem gestrigen letzten Arbeitstag und einer einigermaßen erholsamen Nacht (ich kämpfe gerade ein wenig gegen Albträume, aber ich werde siegen ;)) beschloss ich heute den Zug um 10:34 Uhr in Richtung Heimat zu nehmen. Eingestiegen bei Sonnenschein und bei gefühlten 25 Grad. Ich wollte nicht so lange nach einem Sitzplatz suchen wegen dem schweren Gepäck. Deshalb setzte ich mich in einen Fahrradwagon. Gegenüber saß ein Wander-Waldmensch (weißer langer Bart, ein Hut mit Moos und Tannenzapfen bedeckt (krasses Kunstwerk), großer Rucksack (20 kg wie ich später erfuhr), Wanderstöcke)… okay ;). Anderer Typ, Anfang 30 setze sich neben ihn und begann ein Gespräch. Es stellte sich heraus, dass der Wander-Waldmensch öfters auf der schwäbischen Alb zeltet. Bei Wind und Wetter. Auch bei Gewitter. Ist ihm alles egal und irgendwie glaub ich ihm das sogar. Ein Survivalmensch der besonderen Art! Er beobachtet Vögel. Der 30 jährige fragte nach dem Unterschied zwischen einem Raben und einer Dohle. Wander-Waldmensch erzählte, dass die Dohle zu den Rabevögeln (ja Raben in dem Fall ohne “n” weil schwäbisch) gehört. Na das wusste ich sogar! Dass Meisen gerne Hagebutte essen und dass die Buchfinken ganz scheu sind. Okay wieder was wichtiges gelernt ;). Der 30 jährige baut klassische Gitarren und versucht so wenig Maschinen wie nötig zu benutzen. Warum auch immer…wahrscheinlich ökologisch besser. Ressourcensparung, zurück zum Ursprung und so. Man weiß es nicht… Da hatten sich ja zwei gefunden ;)! Die beiden unterhielten sich weiter. irgendwann wurde es mir zu schwäbisch und ich schaltete ab…

Dann hielten wir plötzlich wegen einer technischen Störung..”Technische Störung” klingt immer gut, wenn was nicht klappt. Sag ich manchmal auch als Ausrede bei meiner Arbeit ;)! Aber dieses Mal wars wirklich eine technische Störung. Zugführer sagte durch, dass der hintere Wagon kaputt ist und wir es vielleicht noch bis Reutlingen schaffen würden. Fuhren im Schneckentempo weiter. Natürlich schafften wir es nicht bis nach Reutlingen. Der Zugführer wechselte die Batterie. Der Zug stand rum. Die ersten stiegen aus, liefen über die Gleise. Wohnten wahrscheinlich in der Nähe…die Glücklichen! Nach einer halben Ewigkeit fuhren wir weiter. Immer wieder ruckartiges stop & go… Als wir dann nach bestimmt einer Stunde in Reutlingen ankamen, mussten wir alle umsteigen. Nun gut in den neuen Zug. Wieder so ein Fahrradwagon. Eine ältere Frau strickte und bat jedem Stehenden den Sitzplatz neben sich an. Keiner wollte. Als sich ein Farbiger neben sie setzte, gefiel ihr das aber auch nicht besonders…. Neben mir zwei ältere Frauen. Ein Handy klingelte wahnsinnig laut (driiiiiing, driiiiiing – schönster Klingelton ever). Menschen guckten genervt. Eine der älteren Frauen realisierte dann nach 5 Mal driiiiing, dass ihr Handy klingelte. Wollte drangehen. Aufgelegt. Sie blickte in die Runde, entschuldigte sich. Sie war auf dem Weg zu ihrem Sohn bei dem sie Weihnachten feiern möchte. Sie erzählte liebevoll von ihren Enkelkindern, die immer schreiben und anrufen. Menschen lächelten.

Als ich dann endlich in Stuttgart ankam, kaufte ich mir einen Obstsalat für 2,50 Euro. Dachte ich tu meinem Körper nochmal was Gutes bevor ich die nächsten Tage wieder nur Schokolade esse. Vorsatz fürs neues Jahr: Gesünder essen und endlich wieder Sport!!! Zug in Stuttgart hatte wegen Personen auf dem Gleis (was tun die da man?!) 10-15 Minuten Verspätung. Gut dass ich nicht in Mannheim umsteigen musste…immerhin nen Sitzplatz!

Der Rest der Fahrt war dann angenehm ruhig. Habe ein wenig gedöst, ein wenig nachgedacht. Der Himmel wurde grauer und grauer bis es schließlich dunkel wurde. In Essen stieg ich nochmal um. In der Bahn fühlte ich mich wieder back to the roots! Der Pottwahnsinn. Aber warum auch nicht ;)!